Andere Zeiten für Gottesdienste

Immer wieder und immer deutlicher zeichnet sich ab, dass das lang gestreckte Gebilde der Pfarrgemeinde Ost wie eine Ellipse mit zwei Brennpunkten erscheint.

Für den Westen des Ostens mit den Gemeindebezirken Christuskirche sowie Petrus-Paulus starten wir ab dem neuen Kirchenjahr mit einem neuen Gottesdienstkonzept. Dieses wurde von den verantwortlichen Ortsältestenkreisen verabschiedet. Es soll so lange erprobt werden, bis die Christuskirche – voraussichtlich Ende 2008 oder Anfang 2009 – wegen dringender Sanierungsarbeiten geschlossen sein wird. Wir haben also ein gutes Jahr Zeit, um gemeinsam Erfahrungen mit den neuen Gottesdienstzeiten zu sammeln.

Wie sieht das Konzept aus?

Eine Tabelle mag Ihnen die Übersicht erleichtern:

  Christuskirche Petrus-Paulus
1. Sonntag im Monat 11:00 Uhr 10:30 Uhr "Kleine Kirche"
18:00 Uhr Abendgottesdienst
(17:00 Uhr im Winter)
2. Sonntag im Monat 11:00 Uhr (alle 2 Monate mit Taufen) 9:30 Uhr
3. Sonntag im Monat 11:00 Uhr (mit Abendmahl) 9:30 Uhr (alle 2 Monate mit Taufen)
4. Sonntag im Monat 11:00 Uhr 9:30 Uhr (mit Abendmahl)
5. Sonntag im Monat 11:00 Uhr 9:30 Uhr

Welche Überlegungen stehen hinter diesem Konzept?

Gespräche mit Müttern und Vätern von KonfirmandInnen, veränderte Sonntagsbräuche vom frühmorgendlichen Ausflug bis zum späten Brunch sowie die kurzen Wege innerhalb einer Stadt wie Freiburg sind Anlass genug, ein differenzierteres und den unterschiedlichen Lebensentwürfen und -gewohnheiten entgegenkommendes Angebot bereitzustellen. Die Freiburger Evangelische Gottesdienstlandkarte, die fast nur den Sonntagsgottesdienst um 10 Uhr kennt, soll bereichert werden. Für diejenigen, die gerne früher aufstehen oder einen Sonntagsausflug unternehmen wollen, bietet sich der 9.30 Uhr-Gottesdienst im Petrussaal an. Am 1. Sonntag im Monat gibt es dort eine „kleine Kirche“, allerdings zu späterer Zeit, weil es morgens oft dauert, bis alle Kinder „startklar“ sind. Zusätzlich findet am ersten Sonntag im Monat ein Abendgottesdienst im Petrussaal statt. In den Sommermonaten wird dieser Gottesdienst um 18 Uhr und in den Wintermonaten um 17 Uhr gefeiert. Diese Zeit am frühen Abend ermöglicht auch den Menschen einen Gottesdienst zu besuchen, die tagsüber außer Haus sind oder abends noch „Programm haben“. Diese Abendgottesdienste sollen eine andere, elementarere Form haben. Für alternative Gottesdienstformen wie Taizégottesdienste, Themengottesdienste, Feierabendmahl und anderes soll Raum sein. Um 11 Uhr wird jeden Sonntag ein Gottesdienst in der Christuskirche gefeiert. Dieser hat eine betont liturgische Form und darin wird öfters als bisher Chormusik erklingen. Für diese Uhrzeit lassen sich allein schon aus stimmlichen Gründen auch leichter SängerInnen gewinnen. Das Konzept wurde in vielen Gremien diskutiert und mehrfach verändert. Dabei wurden besonders mit Rücksicht auf die Gemeindemitglieder, die regelmäßig den Gottesdienst besuchen, Kompromisse gemacht. Wir vermuten, dass es anderen Menschen, die bislang unsere Gottesdienste eher selten oder gar nicht besuchen, nicht weit genug geht. Auf Grund der Pfarrstellenkürzungen der letzten Jahre ist es aber leider nicht möglich, ein noch differenzierteres Angebot bereitzustellen. Wir wünschen uns und allen Gottes-dienstfeiernden, dass wir wachsam und achtsam die gesellschaftlichen Veränderungen wahrnehmen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Gott schenke uns eine gesegnete Erprobungsphase! Auch im Namen von Markus Engelhardt und Markus Franke

Irene Leicht

Kommentar einer Kirchenältesten zu den neuen Zeiten für den Gottesdienst

Liebe Gemeinde, wie Sie im Bericht von Frau Leicht lesen konnten, haben die Ältestenkreise der Predigtbezirke Christuskirche und Petrus-Paulus eine Erprobung von neuen Gottesdienstzeiten beschlossen. Wir taten dies, nachdem uns Frau Leicht, Herr Engelhardt und Herr Franke das neue Konzept vorgestellt und erläutert – und wir ein paar Änderungen vorgeschlagen hatten. Natürlich ist es nie einfach, gewohnte Pfade zu verlassen, zumal wir hier in Freiburg und speziell unsere beiden Gemeindebezirke schon bald die Meisterprüfung im Fährtensuchen anstreben könnten. Auch ich war ein wenig skeptisch, und ein bisschen kritische Skepsis darf man sich auch bewahren ...

Ich freue mich aber auf dieses sichtbare Zusammenwachsen unserer Gemeinden. Ich freue mich darauf, ab und zu einen frühen Gottesdienst im Gegenüber des schönen Fensters im Petrussaal genießen zu können. Aber auch, dass es möglich ist, ein gemütliches Familienfrühstück zu haben und danach noch in die Kirche zu können. Ich freue mich auf die Menschen, die diese neuen Zeiten ausprobieren werden, ich freue mich auf das Miteinander an diesen beiden Orten. Und die Skepsis, die dürfen wir bewahren, während wir wohlwollend und beobachtend ausprobieren, um dann, nach der Probezeit, zu einem ausgewogenen Urteil zu kommen. Zu einem Urteil, das alles bedenken sollte, nicht nur den Wunsch des Einzelnen, sondern die Bedürfnisse vieler Menschen, sowie die Möglichkeiten, die unseren drei Geistlichen gegeben sind – denn: wir sind nicht irgendein Verein, sondern wir sind eine christliche Gemeinde und wir folgen alle dem gleichen Licht, der gleichen Wahrheit, dem gleichen Weg.

In diesem Sinne grüße ich Sie ganz herzlich, Ulrike Müller